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Vom Mauerpark, Kulturpark und Spreepark

Immer wieder sonntags findet im Mauerpark ein Flohmarkt statt. Da das Wetter nicht schöner hätte sein können, war das heute Morgen mein Ziel. An der U-Bahn-Haltestelle Bernauer Straße erkennt man, wie nah Vergangenheit und Gegenwart manchmal beieinander liegen. An dieser Straße verlief in der ehemaligen DDR die Mauer, an die symbolisch durch Metallstäbe erinnert wird. Fotos und Informationsstelen informieren die Besucher. Der Weg zum Mauerpark führt weiter entlang der Bernauer Straße, in der immer wieder Gedenktafeln an die Personen erinnern, die bei einem Fluchtversuch ums Leben gekommen sind.

Die Bodenplatten zeigen den Weg eines Fluchttunnels

Im Mauerpark angekommen, rücken diese Eindrücke in den Hintergrund. Es erwartet mich ein buntes Flohmarkt-Treiben, Essstände und ein Park, der zum Verweilen einlädt. Es ist schön so viele unterschiedliche Menschen zu sehen, die hierher gekommen sind, um Trödel zu kaufen, zu Musizieren, mit Graffitti-Kunst eine Wand zu verschönern, Breakdance aufzuführen oder sich einfach nur durch dieses Treiben mitziehen zu lassen.

Der Mauerpark liegt im Stadtviertel Prenzlauer Berg, ein sehr freundlicher Stadtteil mit vielen gastronomischen Angeboten. Mehr oder weniger zufällig entdeckte ich hier auch die Kulturbrauerei. Sie stand zwar auch auf meiner Liste, aber ich habe noch keinen wirklichen Überblick über die Stadt und wo sich alles befindet, was ich unbedingt besuchen möchte, trotz stundenlangem Studierens von Google Maps. Also, in der Kulturbrauerei finden eine Reihe von Veranstaltungen statt, wie z. B. die Kesselhaus accoustics oder ein sonntägliches Streetfood-Festival, es gibt ein Museum und sehr viele andere Möglichkeiten für Aktivitäten. Das nächste Mal ist fest eingeplant, gerne mit einer oder mehreren Runden Billard im Pool & Cigars.

Im Anschluss folgte der bereits angekündigte Höhepunkt des Tages und wieder einmal die Erkenntnis, wie groß Berlin ist. Eine Stunde dauerte es, bis ich den Spreepark erreichte. Eine Stunde und die Stadtgrenzen sind immer noch weit entfernt. Eröffnet wurde der Spreepark 1969 als Kulturpark, dem ersten und einzigen Vergnügungspark der ehemaligen DDR.

Originalgebäude aus dem Kulturpark

Nach der Wende änderte sich sowohl der Name in „Spreepark“ als auch das Konzept. Doch die Besucher blieben aus. Unter anderem lag es daran, dass der Park nur durch einen längeren Spaziergang zu erreichen ist und der Eintrittsreis von DM 19,– für viele Bürger zu hoch war, zuvor konnte der Park kostenlos genutzt werden. 2002 folgte das Aus und die Fahrgeschäfte und der Park wurden der Natur überlassen. Mittlerweile gibt es Planungen, den Park in einigen Jahren wieder für das Publikum zu öffnen.

Es ist ein nachdenklicher Ort. Wenn man sich vorstellt, wie viele Jahre lang das Arial von Lachen und Kinderstimmen erfüllt war und jetzt alles verfallen ist. Von den Originalgebäuden ist kaum mehr etwas vorhanden. Die meisten stammen schon aus Zeiten des Spreeparks. Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn man den Park alleine mit seiner Kamera erobern könnte, aber da das nicht möglich ist, war die 1,5-stündige Führung eine gute Alternative.

Das Riesenrad ist sogar noch fahrtüchtig

Für den Rückweg nahm ich die etwas längere, aber schönere Alternative entlang der Spree. Nach einer Weile eröffnet sich einem der Blick auf einen Biergarten, auf der Insel der Jugend. Der perfekte Ort, um sich nach einem langen Tag mit Tausenden an Schritten in einem Strandstuhl am Wasser zu entspannen.

Das letzte Stück bis zur S-Bahn war natürlich gefühlt das längste, wurde aber von einem wunderschönen Abendhimmel belohnt.

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