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… und dann nischt wie raus nach Wannsee

Eines meiner liebsten Mottos heißt „Overplanning kills Magic“. Manche jedoch würden mir vielleicht unterstellen, dass ich aber gerade hierfür eine Schwäche habe. Aber ich würde das nicht so nennen. Ich bereite mich auf Reisen etc. so vor, dass ich weiß, was die Stadt oder Umgebung zu bieten hat und dann wird spontan nach Lust und Laune entschieden, welcher Programmpunkt am jeweiligen Tag abgehakt werden kann.

Heute Morgen habe ich dann mal nachgeschaut, was ich noch alles auf meiner Liste an interessanten Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen habe. Da das Wetter aber extremst gut ist, kommen momentan keine Museen und Indoor-Aktivitäten infrage. Und da ein See, wenn man schon kein Meer hat, immer eine gute Idee ist, ging es heute an den Berliner Wannsee. Um es schon vorweg zu nehmen, es ist wunderschön und ich ärgere mich immer noch, dass ich keinen Badeanzug dabei hatte. Es war so warm und ich habe alle Menschen beneidet, die am Schwimmen waren, während ich schwitzend und durstig am Ufer entlang gelaufen bin. Ich hatte sogar schon überlegt, ob es in Berlin komisch aussieht, wenn man mit Kleidung ins Wasser geht.

Aber wie so oft in Berlin liegt das Schöne und das Schreckliche sehr dicht beieinander. In einer prachtvollen Villa direkt am Wasser fand am 20. Januar 1942 die Wannsee-Konferenz statt, in der die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen wurde. Das Protokoll dieser ca. 90-minütigen Besprechung kann man in der Ausstellung einsehen. Und wie schon in der Einladung erwähnt wird, Frühstück gab es auch. Wenn man also heute durch den wunderschönen Garten spaziert und den Blick auf das glitzernde Wasser des Wannsees mit seinen Segelbooten wirft, ist es nicht vorstellbar, dass hier vor fast 80 Jahren eines der größten Verbrechen der Menschheit geplant wurde (manche nannten es später auch „politischen Irrtum“) und nicht alle, die daran beteiligt gewesen waren, ihre „gerechte“ Strafe erhielten.

Nachdem ich die sehr interessante Ausstellung besucht hatte, ging es auf dem Uferweg durch den Wald in Richtung Pfaueninsel. Das war die oben beschriebene Strecke. Mit der Fähre setzt man über und erreicht eine sehr schöne idyllische Insel, wo es dann auch endlich etwas zu trinken gab. Pfaue habe ich nicht so viele gesehen. Aber ich nutzte die Zeit auch hauptsächlich für eine längere Pause auf einem schattigen Plätzchen.

Für den Rückweg hatte ich dieses Mal die Möglichkeit, mit dem Schiff bis nach Spandau mitzufahren und von da aus die U-Bahn zu nehmen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Es ging über die Havel und den Wannsee vorbei an unzähligen Booten und Bötchen.

In der Ferne konnte ich den Teufelsberg mit seinen markanten Radomen sehen, auch ein Ort, den ich gerne noch besuchen würde …

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